Dez 02 2014

Robusta-Kaffee Genom entschlüsselt

Kaffee Genom

Genom des Robusta-Kaffees (Coffea canephora) entschlüsselt

Das internationale Team aus dem Französischen Institut für Forschung & Entwicklung, das Französische National Sequencing-Center und die Universität in Buffalo haben auf der Suche nach dem Geheimnis des Kaffee-Aromas das komplette Genom der Kaffeestrauchsorte Coffea canephora entschlüsselt. Diese Robusta-Pflanze, die etwa 30 Prozent des Kaffeeanbaus weltweit ausmacht, besteht im Gegensatz zur Arabica-Pflanze nur aus 22 Chromosomen und nicht 44, weshalb sie sich besonders gut für die Untersuchung eignet. Das Genom der Arabica-Pflanze zu entschlüsseln bleibt eine nicht zu vernachlässigende Herausforderung für die Forscher. Warum? Erstens machen Sie den größten Anteil auf den weltweiten Kaffeeplantagen aus und zweitens ist das Erbgut der verwendeten Arabica-Sorten zu einheitlich, was sie besonders anfällig für Schädlinge und Parasiten macht.

Von den Genen, die für die Alkaloid- und Flavonoidverbindungen verantwortlich sind, besitzt die Kaffeepflanze besonders viele. Diese bestimmen ihren einzigartigen Geschmack. Zudem verfügt Coffea canephora über eine große Sammlung von Enzymen, den sogenannten N-Methyltransferasen, die an der Herstellung von Koffein beteiligt sind. Das Besondere: die Kaffeepflanze entwickelte diese „Koffein“-Gene auch eigenständig, nicht nur aus einem gemeinsamen Vorläufer heraus. Bewiesen werden konnte das durch den Vergleich von Sequenzen und Positionen der Gene in verwandten Pflanzen wie Tee und Kakao.

Warum hat sich Koffein in der Kaffee-Pflanze erfolgreich durchgesetzt? Dass Koffein vielleicht Schädlinge abwehrt und die Konkurrenz am Wachsen hindert ist eine Theorie, dass die bestäubenden Insekten besonders gerne Koffein mögen und deshalb wiederkommen eine weitere.

Für den Wirtschaftsfaktor Kaffee in den Anbaugebieten, die meist in Entwicklungsländern liegen, ist die Entschlüsselung des Genoms sehr wertvoll: Für die Zukunft erhofft man sich neue Kaffeesorten entwickeln zu können und den Kaffee auch noch resistenter gegen veränderte Umwelt- und Klimabedingungen zu machen.

Diese Erkenntnisse sind auch von Vorteil für alle Kaffe-Liebhaber, denn mit dem Wissen um das Kaffee-Genom kann auch der Geschmack immer weiter verbessert werden.



(Quellen: Tagesspiegel November 2014, Roland Knauer, Redaktion Pflanzenforschung.de, anders-leben.de)